Das Sportler-Karriereende: Gespräch zum Übergang ins Berufsleben
Nachts im Autohaus, Teil 3: Zum dritten Mal haben wir uns bei BMW Stuttgart Rosensteinpark zu einer Sportler-Gesprächsrunde getroffen. Fotos: Linda Grof
Der Moment, in dem die Karriere endet, ist für viele Leistungssportlerinnen und -sportler ein ungeliebter Schatten am Horizont – immer sichtbar, aber selten greifbar. Solange der Wettkampfrhythmus den Alltag bestimmt, Trainingspläne Struktur geben und Ziele klar definiert sind, bleibt wenig Raum, sich mit der Zeit danach auseinanderzusetzen. Wenn dieser Übergang dann aber kommt, wird schnell klar, dass er weit mehr bedeutet als nur einen beruflichen Wechsel. Dies haben wir bei unserer fast dreistündigen Gesprächsrunde mit ehemaligen, aber auch mit noch aktiven Athletinnen und Athleten aus verschiedenen Disziplinen bei unserem Partner BMW Stuttgart Rosensteinpark erfahren. Die wichtigsten Auszüge geben wir hier für die SPORT.S-Leserinnen und Leser wieder.

Autor:Lara Auchter
Zwischen Karriere und Karriereende: Aufbau des zweiten Standbeins
Was bleibt, wenn die Karriere endet? Wer bin ich ohne meinen Sport? Und wie lässt sich der Ehrgeiz, der im Spitzensport nötig ist, in ein „normales“ Leben transformieren? Fragen wie diese zogen sich wie ein roter Faden durch den Abend – und machten deutlich, wie individuell, aber auch wie ähnlich die Wege sind.
Viele der Anwesenden haben parallel zum Sport studiert oder eine Ausbildung gemacht – nicht aus purem Interesse, sondern aus Sicherheitsdenken. Die Angst vor Verletzungen, die den Lebensweg innerhalb eines Moments verändern können, schwebt immer über ihnen.
„Ich habe mit 25 Jahren meine Karriere beendet – das ist im Karatesport sehr früh“, beginnt Lena Staiger den Talk. Neben persönlichen Gründen spielte für die deutsche Kata-Meisterin von 2021 auch der Blick in die Zukunft eine Rolle: „In Randsportarten wie meiner kann man kaum Geld verdienen. Da wir auch nur ein einziges Mal olympisch waren, bekommen wir keine finanzielle Unterstützung von Organisationen wie der Sporthilfe. Wir fallen durch das Raster und es war schon immer klar, das ich nebenbei meine berufliche Karriere starten muss.“
Die Vaihingerin studierte und arbeitete einige Jahre im Bereich Sportmarketing, ehe sie wieder den Schritt zurück zu ihrem Sport fand und nun als Trainerin in ihrem Heimatverein sowie bei der Nationalmannschaft aktiv ist. „Ich verdiene mein Geld inzwischen mit meinem Sport – aber eben nicht als Athletin. Ich kann als Trainerin jedoch all die Dinge besser machen, die mir in meiner aktiven Karriere von meinen Coaches gefehlt haben. Und es macht mir unglaublich viel Spaß, den Kindern mein Wissen weiterzugeben.“
Der Großteil der Runde musste schon während der aktiven Sportlerkarriere die berufliche Karriere ankurbeln. Der ehemalige Hindernisläufer Yannik Gerland berichtet: „Ich bin über ein Sportstipendium aufs College in die USA und habe dort meinen Bachelor und Master neben der sportlichen Karriere gemacht. Als ich verletzungsbedingt meine Karriere beenden musste, hatte ich schon eine berufliche Ausbildung und konnte mir dies zu Nutzen machen.“ Heute arbeitet der 28-Jährige als Vermittler von IT-Freiberuflern und er blieb seinem Sport treu – als selbstständiger Athletenmanager.
Auch andere berichten von ähnlichen Entscheidungen: Elisabeth Brandau absolvierte erst eine handwerkliche Ausbildung und machte ihren Meister, bevor ihre sportliche Karriere richtig startete. „Ich war eher eine Spätzünderin und qualifizierte mich 2021 für Olympia, als ich schon zwei Kinder sowie ein eigenes Business aufgebaut hatte“, berichtet die amtierende Deutsche Meisterin im Cyclocross.
Die dreifache Mutter ist ein Paradebeispiel für die Karriere neben der Karriere. Ihr beruflicher und privater Weg liefen immer gleichzeitig zur sportlichen Karriere: „Ich habe es nie anders gekannt und habe immer ein Ziel gebraucht, auf das ich hinarbeiten konnte, sowohl im Sport als auch im Beruf. Das merke ich jetzt nach der Karriere besonders,“ erzählt die 39-Jährige und ergänzt: „Für mich war immer wichtig, dass ich die Freiheit hatte, die ich brauchte, um mich zu entfalten und mein eigenes Ding zu machen. Deshalb habe ich mir für nach dem Sport eine berufliche Karriere aufgebaut, für die ich genauso brennen kann wie für den Sport.“
David Wrobel, Philip Schaub, Marian Metz und Yannik Gerland hören gebannt zu.
Eine beruflichen Weg, für den er brennt, hat auch Diskuswerfer David Wrobel eingeschlagen. Der ehemalige Leichtathlet und Olympia-Teilnehmer ist seinem Sport treu geblieben und arbeitet, wie Lena Staiger, als Landestrainer: „Für mich war der Übergang von der Sportler- in die Trainerkarriere sehr leicht. Ich bin nach meinem Karriereende auch in kein Loch gefallen und konnte sofort mit dem weitermachen, was ich liebe“, erzählt der gelernte Bürokaufmann, der aufgrund mehrerer Operationen und anhaltenden Ellenbogenproblemen im Sommer 2024 seine Karriere beenden musste.
Einige Gesprächsteilnehmer dagegen stehen noch mitten in ihrer aktiven Laufbahn. Rennfahrer Laurents Hörr, der beruflich ausschließlich vom Motorsport lebt, beschreibt die Herausforderung, sich parallel ein zweites Standbein aufzubauen.
„Ich habe 3D-Design und Animation studiert, mache zurzeit aber gar nichts in diesem Bereich“, erzählt der Gerlinger. „Als Rennfahrer war ich mir schon immer bewusst, dass ich ein zweites Standbein brauche, denn in unserem Sport herrscht auch ein gewisses Risiko. Auch ist Rennsport sehr teuer, und somit war klar, dass ich, um Geld damit verdienen zu können, auch Geld hineinstecken muss. So bin ich in der Selbstständigkeit gelandet.“ Heute ist der Rennprofi mit seinem Unternehmen im Kart- und Formelsport aktiv und zeigt, wie wichtig das zweite Standbein auch für einen Profi während der Sport-Karriere ist.
Jannik Herm dagegen begann erst spät in seiner aktiven Karriere als Eishockeyprofi mit dem Aufbau eines zweiten Standbeins: „Ich habe über 800 Profispiele gemacht und musste mir lange Zeit keine Gedanken über die Karriere nach der Karriere machen. Während der Pandemie wurden dann jedoch keine langen Verträge mehr angeboten und ich musste mich anderweitig umschauen. So kam ich zu den Stuttgart Rebels in die vierte Liga“, so der 34-Jährige. „Während der Coronazeit habe ich alle möglichen Lizenzen und Fortbildungen gemacht und wurde beim Verein als Athletik- und Fitnesstrainer angestellt. Jetzt arbeite ich bei der Tennisakademie TWA in Bad Cannstatt als Athletiktrainer und spiele parallel noch mit den Stuttgart Rebels semiprofessionell in der dritten Liga Eishockey.“
Auch BMX-Racer und Olympiateilnehmer Philip Schaub ist noch mitten in der aktiven Karriere – hat aber, wie alle in der Runde, schon ein berufliches Fundament gelegt. „Nach dem Abitur habe ich eine Lehre als KfZ-Mechatroniker gemacht, weil ich eigentlich immer dachte, ich möchte Ingenieur werden. Das hat sich damals tatsächlich auch sehr gut mit meiner sportlichen Laufbahn verbinden lassen. Ich habe dann aber nach einiger Zeit gemerkt, dass diese Richtung doch nichts für mich ist, und inzwischen studiere ich Psychologie“, erzählt der Radsportler. „Wenn ich in der Uni Pause habe, keine Prüfungen und keine Vorlesungen anstehen, dann fokussiere ich mich in diesen Wochen zu 100 Prozent auf den Sport, und da merke ich schon einen enormen Leistungsunterschied“, gibt er ehrlich zu.
Und genau dies ist eines der Probleme, die sich bei diesem Talk herauskristallisieren – als deutscher Sportler funktioniert ein Leben ohne duale Karriere nicht. Ohne die entsprechende Förderung vom Staat oder einen Platz bei der Bundeswehr bzw. Polizei, muss jeder Athlet einen Plan B haben, lange bevor Plan A zu Ende ist.
Elisabeth Brandau (39)
Ehemalige Radsportlerin
Selbstständige Unternehmerin
Philip Schaub (28)
BMX, Olympiateilnehmer 2024
Psychologie-Student, aktiv
Marian Metz (41)
Ehemaliger Eishockey-Torwart
Standortleiter BMW Stuttgart
Jannik Herm (34)
Eishockeyspieler Stuttg. Rebels
Athletiktrainer, noch aktiv
Lena Staiger (29)
Ehemalige Karateka, dt. Meisterin
Karate-Trainerin
Die Identitätsfrage: Wer bin ich, wenn der Wettkampf wegfällt?
Eines der stärksten Themen des Abends ist der psychologische Umbruch. Viele berichten, wie schwer es ihnen fiel – oder weiterhin fällt – sich selbst jenseits ihrer sportlichen Identität zu sehen.
Roosa Koskelo, im Sommer 2025 zurückgetretene Volleyballspielerin von Allianz MTV Stuttgart, beschreibt, wie für sie der Alltag ohne feste Trainingszeiten und ohne Teamgefühl zur Herausforderung wurde: „Ich wusste erstmal nicht, was ich mit mir anfangen sollte. Mein Abschied aus dem Sport fiel mir schwer und ich weiß heute noch nicht, wer ich nach 20 Jahren Volleyball ohne den Sport wirklich bin“, so die Finnin in der Runde. „Ich habe in Finnland Sportwissenschaften studiert, mich dann jedoch nur auf den Profivolleyball konzentriert. Ich wünschte, jemand hätte mir zu Beginn meiner Zeit in Stuttgart gesagt, wie einfach es ist, während der Karriere nochmal zu studieren, oder wie notwendig es ist, sich hier neben dem Sport beruflich zu orientieren.“
Die ehemalige Kapitänin des mehrfachen deutschen Meisters arbeitet inzwischen als Projektleiterin und Eventorganisatorin in einer Stuttgarter Sport- und Medienagentur – eine Rolle, in die sie sich selbst erst noch richtig reinfinden muss. „Meine jetzige Arbeit macht mir Spaß und ich bin zwar im Sport geblieben, jedoch nicht mehr im Volleyball. Ich glaube, das tut mir ganz gut. Zurzeit kann ich mir noch nicht vorstellen, wieder zum Volleyball zurückzukehren. Noch tut es zu sehr weh“, so die 34-Jährige.
Der richtige Moment, um Aufzuhören
Die Frage ob es einen konkreten Moment gibt, in dem man weiß, jetzt ist es zu Ende, wurde von den Gästen unterschiedlich beantwortet. Für Lena Staiger und Elisabeth Brandau war das Karriereende ein Prozess, der viele persönliche Gründe beinhaltete. Für David Wrobel endete hingegen ein jahrelanger Kampf gegen den eigenen Körper mit der schlichten Erkenntnis: „Ich habe keine Lust mehr.“
Alfred Bauser, inzwischen schon lange als Themenfeldmanager Prävention bei der AOK Stuttgart-Böblingen aktiv und ebenfalls früherer Leistungssportler, kann sich an einen spezifischen Moment erinnern: „Ich war früher Turner und mein bestes Gerät waren immer die Ringe. Während ich sonst immer nur den Gedanken im Kopf hatte, dass ich den Abgang sauber stehen muss, war es bei einem Wettkampf plötzlich so, dass ich dachte, wie komme ich hier wieder runter, ohne zu sterben? Da wusste ich, meine Karriere ist vorbei.“
Und auch bei Roosa Koskelo war ein spezifischer Moment ausschlaggebend für die Rücktrittsentscheidung. „Ich habe schon lange mit Knieschmerzen gekämpft und mir Anfang des Jahres Injektionen spritzen lassen, durch die ich erst merkte, dass mein vorheriger Zustand nicht normal war. Eines Abends konnte ich dann zuhause nicht mal mehr lange genug in der Küche stehen, um mir etwas zum Essen zu kochen. Da wusste ich, es ist vorbei. Erst da wurde mir dann auch richtig bewusst, welch mentale Belastung das alles war“, so die vielfache finnische Nationalspielerin.
Ohne Wettkampf keine Sport-Motivation
Eine zentrale Erkenntnis der Talkrunde war, dass die zurückgetretenen Spitzensportler ihre körperlichen Aktivitäten nun neu definieren müssen: Nicht mehr als Mittel zum Sieg oder, um die Brötchen auf den Tisch zu bekommen, sondern für die eigene Gesundheit und den Spaß am Sport. Doch in der Realität ist dies für viele kaum umzusetzen. Die Motivation fällt schwer, wenn kein Wettkampf wartet. Die Leistungen von früher sind nicht mehr erreichbar, der Körper reagiert anders und alte Verletzungen bleiben. „Man fühlt sich deprimiert, wenn man sieht, wie weit man von früheren Zeiten weg ist, obwohl man weiß, dass man das offensichtlich nicht mehr erreichen kann“, erzählt Elisabeth Brandau. Ein Aspekt, der laut der selbstständigen Heilpraktikerin oft verloren geht, wenn Sportler ihre Karriere beenden, ist das Abtrainieren: „Ich habe über 30 Jahre Ausdauersport gemacht und merke wirklich, wie mein Herz jetzt ein Problem damit hat, dass ich das nun nicht mehr mache. Ich muss tatsächlich wieder sportlich aktiv sein, damit es mir besser geht.“
Auch David Wrobel bestätigt dies: „Ich bin zwar letztendlich wegen meines lädierten Ellenbogens zurückgetreten, konnte aber körperlich noch mit den Kollegen mithalten. Nur war die Motivation bei mir nicht mehr da. Ich hatte aber schon immer geplant, dass ich mich nach dem Leistungssport einem Fußballteam anschließe und einfach nur zum Spaß mitkicken werde. Das habe ich jetzt getan, habe einmal die Woche Training und am Wochenende ein Spiel und habe super viel Spaß am Sport und der Gemeinschaft.“
Alfred Bauser
Ehemaliger Turner
Gesundheitsmanager AOK
Yannik Gerland (28)
Ehemaliger Hindernisläufer
Personaldienstleister
David Wrobel (34)
Ehemaliger Diskuswerfer
Leichtathletik-Landestrainer
Roosa Koskelo (34)
Ehem. Volleyballprofi, aktuell in der „Findungsphase“
Laurents Hörr (28)
Motorsportler Le Mans Serie
Profi-Rennfahrer + Coach
Die Leidenschaft neu finden: Zwischen Kreisliga, CrossFit und völliger Sportmüdigkeit
Viele suchen nach neuen Wegen, um Sport als Teil ihres Lebens zu behalten – ohne Leistungsdruck. Manche wechseln bewusst in niedrigere Ligen, andere probieren Team- statt Einzelsportarten aus, wieder andere finden Anschluss in Trends wie CrossFit, Hyrox oder Triathlon. Doch selbst hier bleibt das Spannungsfeld bestehen: Wie trainiert man ohne Ziel? Wie findet man die Freude am Sport, wenn er nicht mehr Beruf ist? Und was für einige Gesprächsteilnehmer schwierig ist: Ihnen fehlt die gewohnte Trainingsgruppe, die sie „mitzieht“, wenn sie allein im Fitnessstudio stehen.
Andere wollten mit ihrem Sport einige Zeit gar nichts mehr zu tun haben. „Ich habe nach meinem Karriereende lange Zeit keine Leichtathletik oder irgendeinen Sport gemacht, sondern mich auf meinen Beruf fokussiert. Erst als ich mit Kollegen in der Mittagspause ins Studio mitgegangen bin, kam der Sport zurück in mein Leben und ich konnte mich langsam wieder der Leichtathletik annähern“, so der frühere Hürdenläufer Yannik Gerland.
Auch Lena Staiger spricht von einem großen „Cut“: „Ich habe nach meinem Karriereende alle meine Teamklamotten weggeschmissen. Alles, was den Bundesadler drauf hatte, kam weg“, beichtet die ehemalige Karatekämpferin und jetzige Trainerin. „Ich habe diesen Schnitt aber gebraucht und erstmal was anderes gemacht, was nichts mit Karate zu tun hatte, ehe ich mich durch meinen Verein langsam wieder dem Sport angenähert habe.“
Auch Roosa Koskelo berichtet Ähnliches. In der Volleyball-Arena fühlt sie sich inzwischen fremd. Lange konnte sie nicht mehr auf Social Media aktiv sein, weil ihr Feed voller Volleyball-Content war. „Ich konnte das einfach nicht mehr sehen“, so die langjährige Allianz MTV-Libera.
Egal ob Volleyball, Karate, Eishockey, Radsport, Leichtathletik oder Motorsport – eines verbindet alle: Der Ehrgeiz, der notwendig ist, um im Leistungssport erfolgreich zu sein.
Kompetenzen für ein erfolgreiches Berufsleben
Viele stimmen überein, dass es ihnen schwer fällt, im „normalen Leben“ zu akzeptieren, wenn Dinge langsamer voran gehen. Wenn Kollegen nicht die gleiche Entschlossenheit zeigen. Wenn Geduld gefragt ist, Teamprozesse länger dauern und Erfolg nicht nach messbaren Zeiten, Weiten oder Siegen bewertet wird.
BMW-Standortleiter Marian Metz, ehemaliger Eishockey-Torwart der Jungadler Mannheim, bringt es auf den Punkt: „Als Sportler musst du immer ein bisschen Egoist sein, sonst kommst du nicht weit.“ Gemeint ist nicht Rücksichtslosigkeit, sondern Durchsetzungsvermögen, Zielstrebigkeit und die Fähigkeit, Druck auszuhalten und sich selbst zu motivieren. Eigenschaften, die im Alltag jedoch oft irritieren oder fehlinterpretiert werden. „Ich sage immer, Fleiß schlägt Talent. Und jede Eigenschaft, die wir als Sportler oder als Teil einer Mannschaft bzw. im Vereinsleben gelernt haben, bringt uns für unsere berufliche Karriere extrem viel. Ich merke selbst, dass es mir als Standortleiter leicht fällt, mein Team zu motivieren. Und ich habe in meinem Berufsalltag Ziele, auf die ich hinarbeite. Anderen, die nie Sportler waren, fehlen diese Eigenschaften ganz oft.“
Auch AOK-Gesundheitsmanager Alfred Bauser erklärt, wie wertvoll solche mentalen Kompetenzen in der Berufswelt sind – besonders in Führungspositionen. „Disziplin, Teamfähigkeit, Resilienz und der Umgang mit Niederlagen, all das sind Qualitäten, die in Unternehmen dringend gebraucht werden und auf die in der Arbeitswelt auch immer mehr geachtet wird. Es sollte in der heutigen Berufswelt deshalb kein Problem für einen ehemaligen Sportler sein, einen guten Job zu finden.“
Viele der Teilnehmenden unserer Runde haben Wege gefunden, ihre sportlichen Erfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern weiterzugeben. Der Sport hinterlässt Kompetenzen, die weit über Medaillen hinausgehen. Wer gelernt hat, mit Druck umzugehen, Rückschläge einzuordnen und sich immer wieder neu zu motivieren, bringt Eigenschaften mit, die in kaum einem anderen Lebensbereich so ausgeprägt entwickelt werden.
Der Übergang mag schwer sein. Die Selbstfindung dauert oft länger als gedacht. Aber alle Stimmen des Abends zeigen: Ein Leben nach dem Leistungssport ist nicht das Ende – es ist der Beginn eines neuen Kapitels, das genau wie im Sport Mut, Ausdauer und Leidenschaft verlangt.
Die Gesprächsteilnehmer von links:
Elisabeth Brandau, Jannik Herm, Yannik Gerland, David Wrobel, Lena Staiger, Ralf Scherlinzky (Herausgeber SPORT.S), Laurents Hörr, Philip Schaub, Roosa Koskelo, Marian Metz, Lara Auchter (SPORT.S-Redakteurin) und Alfred Bauser