Review Week 12: Raiders gewinnen 45:42 im Stuttgarter Hexenkessel

Voller Einsatz der Surge-Spieler und die lautstarke Unterstützung der Stuttgarter Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau haben nicht ausgereicht, um einen Sieg gegen die starken Tirol Raiders zu erlangen. Die Stuttgart Surge muss sich in einem bis zur letzten Sekunde spannenden Spiel mit 42:45 geschlagen geben und muss somit die erste Saisonniederlage einstecken.

Dabei begann die Partie aus Stuttgarter Perspektive perfekt. Nach dem Kickoff durch die Tirol Raiders kam Yannick Mayr als Returner an den Ball und rannte durch die gesamte Raiders-Defensive in die Endzone: Sechs Punkte für die Surge, die durch Lenny Kriegs erfolgreichen Extrapunkt zu sieben Punkten vervollständigt wurden. Nachdem die Raiders-Offensive mit einem „3 & out“ von der Stuttgarter Defensive in Schach gehalten wurde, strauchelte die Offense der Surge: Erst wurde QB Reilly Hennessey von Raiders-LBs Robert Lachmann und Tim Unger gesacked, danach warf er einen Pass in die Arme von Vincent Müller, der den Ball für die Raiders intercepten konnte. Durch einen Run des österreichischen Runningbacks Lukas Haslwanter konnten die Raiders auf 7:7 ausgleichen. Ungewöhnlicherweise verursachte Hennessey im nächsten Offensivdrive erneut eine Interception und somit den nächsten Turnover.

Die Stuttgarter Defensive drehte daraufhin auf und hielt den Raiders-Angriff auf Field Goal-Range, was dem Kicker Darragh Leader aber für drei Punkte reichte. Der Vorsprung hielt aber nicht lange, da Hennessey erfolgreich WR Jan Pietsch adressierte und somit einen Touchdown vorbereiten konnte. Durch die starke Stuttgarter Defensive kam die gegnerische Offensive nicht mehr weiter voran: Luca Siebert bekam seine Finger zwischen einen Pass von Raiders QB N’Kosi Perry; Neville Krüger und Sasan Jelvani konnten gemeinsam Perry zu Boden bringen und ihn sacken. Mit einem Spielstand von 14:07 aus Sicht der Surge ging es ins zweite Quarter.

Die Surge kontrollierte den Ball und konnte schnell 14 Punkte erzielen: Zunächst rannte Hennessey mit dem Ball in Richtung Endzone und konnte mit seiner Hand den Ball knapp in die Endzone heben, im nächsten Drive erzielte er per QB-Sneak einen weiteren Touchdown für die Schwaben. Nach der Two-Minute-Warning fand Perry eine Lücke in der starken Stuttgarter Defensive und fand den neuen Raiders-WR Cinque Sweeting für weitere sechs Punkte. Die anschließende Two-Point-Conversion der Österreicher war erfolgreich. Nach weiteren drei Punkten per Field Goal von Raiders-Kicker Darragh ging es mit einem Spielstand von 28:21 in die Kabinen.

Die Raiders kamen stark aus der Halbzeitpause und erzielten innerhalb einer Minute einen Touchdown, indem Perry per Play Action-Spielzug den Ball erneut an Haslwanter brachte – nach erfolgreichem Extrapunkt konnten die Raiders somit ausgleichen und es stand 28:28. Das Spiel wurde nun härter und beide Teams spielten wie bereits im Hinspiel sehr körperbetont, was zu einigen verletzungsbedingten Timeouts führte. Mit Jan Pietschs zweitem Touchdown konnte die Surge erneut in Führung gehen. Die Raiders antworteten, indem sie fünf Minuten lang die Chain Stück für Stück bewegten und einige First Downs erarbeiten konnten – den Drive beendete N’Kosi Perry schließlich mit einem QB-Run in die Endzone: 35:35. Der Hitze und der Intensität des Spiels geschuldet wurden die Offensivdrives kürzer und die Fehler häuften sich, bei den Raiders kam es wiederholt zu Fehlwürfen. Trotzdem gelang es den Raiders, sich vorzuarbeiten und mit einem weiteren Field Goal in Führung zu gehen.

Im vierten Quarter konnte Surge-RB Kai Hunter durch einige Runs Raumgewinn erzielen, der einen Touchdown-Pass von Hennessey auf Darrell Stewart Jr. ermöglichte. Nach erfolgreichem Extrapunkt ging die Surge erneut in Führung mit 42:38. Nach der Two-Minute-Warning gingen die Raiders all-in und spielten erfolgreich ihren vierten Versuch aus: Philipp Haun konnte den Pass fangen und ein First Down erzielen, was ausreichte, um Tight End Richard Weber in Position und die Raiders erneut in Führung zu bringen. Mit etwa 40 Sekunden auf der Uhr versuchte es Hennessey mehrmals, seinen WR Stewart Jr. zu erreichen, allerdings schlugen die Versuche fehl. Als Lenny Krieg durch einen Field Goal-Versuch fünf Sekunden vor Schluss versuchte, das Spiel in die Overtime zu bringen, konnte die Raiders-Defensive den Kickversuch blocken, sodass das Spiel mit dem Endstand von 42:45 beendet wurde.

Nach neun gewonnenen Spielen in dieser Saison verliert die Surge ihre erste Partie – für Jordan Neuman eine Chance, als Team zu wachsen und besser zu werden:

„Die zwei wichtigsten Punkte des heutigen Spiels: Ich denke, dass beide Mannschaften vier Quarter lang sehr hart gespielt haben und ein spannendes Spiel hatten. Beide Seiten haben wirklich alles gegeben. Die Turnover haben heute eine große Rolle gespielt, die Raiders haben diese Turnover sehr gut erzwungen. Sie hatten mehr Spielzüge als wir und haben am Ende des letzten Drives einen wirklich guten Job gemacht. Wir hatten die Chance, zurückzukommen und zu versuchen, in Fieldgoal-Reichweite zu kommen, aber wir haben es nicht geschafft. Wir müssen als Football-Team besser werden. Wir müssen aus dem heutigen Spiel unsere Lehren ziehen.“

Preview Week 13: Central Conference Champion Stuttgart Surge empfängt am Family-Gameday die Barcelona Dragons

Football is family – deshalb steht der letzte Heimspieltag der Regular Season 2024 im Stuttgarter GAZi-Stadion auf der Waldau ganz im Zeichen der „Family“: Am Sonntag, den 18. August 2024 startet ab 10:00 Uhr vor dem Stadion der Family-Gameday mit einer Fotobox, Meet & Greet mit Spielern, der Surge Patrol, dem Surge e.V. und vielem mehr. Der gesamte Spieltag wird die Familie in den Fokus nehmen – dabei wird es auch einige Überraschungen geben! Das Spiel wird um 13:00 Uhr angepfiffen.

Trotz der Niederlage am vergangenen Sonntag gegen die Tirol Raiders ist die Stuttgart Surge, wie schon in der Saison 2023, vorzeitig amtierender Champion der Central Conference. Als solcher empfangen die Schwaben die Barcelona Dragons, die nach wie vor mit ihren Leistungen zu kämpfen haben. Nachdem die Katalanen vor drei Wochen in Week 10 in Barcelona deutlich mit 71:07 von den Stuttgartern geschlagen wurden, konnten sie ihre Bye Week in Week 11 offenbar nicht gut nutzen. Denn letzte Woche mussten die Dragons nach München zu den Munich Ravens reisen und sich dort eine 90:00-Schlappe abholen.

Nach wie vor stehen die Dragons vor der Herausforderung, ihre Franchise und ihr Team zusammenzuhalten: In Week 7 gaben die Spieler der Dragons am 06. Juli 2024 gegen die Munich Ravens bei einem Halbzeitstand von 0:54 auf und beendeten das Spiel vorzeitig. Einige Coaches und Import-Spieler sind gar nicht mehr Teil des Kaders gewesen, wie beispielsweise der Head Coach David Shelton, der sich am Tag vor dem Spiel von den Dragons verabschiedete. In der darauffolgenden Woche kam es zu einem gewaltigen Umbruch im Team: Das Management der Dragons entließ 27 Spieler und verpfllichtete 21 neue Spieler; unter anderem wurden alle A-Spots ausgetauscht. Führungsspieler wie Quarterback Levi Lewis und Defensive End Jai-Albert Jackson verließen die Franchise. Zudem wurde mit Oscar Calatayud Perez ein neuer Head Coach für die Dragons engagiert, der mit dem aktuellen Kader aber bislang keine positive Entwicklung vorweisen konnte.

Für die Stuttgart Surge heißt es dennoch, den Gegner nicht zu unterschätzen, denn es geht um den Seed in den Playoffs. Jeder Win und auch jeder einzelne Punkt kann darüber entscheiden, ob die Surge nach der Regular Season direkt ins Halbfinale einzieht oder ob das Team vorher in die Wild Card-Runde muss.

Text: Stuttgart Surge