Dienstag: Der erste GOC-Titel geht nach China

Weltranglistenerste Mingxuan Li/Wanting Zhou gewinnen Super Grand Prix der Latein-Profis / Zwei Medaillen und sechs Finalplätze für deutsche Paare

Premiere bei den 37. German Open Championships (GOC) in Stuttgart: Die chinesischen Weltranglistenersten Mingxuan Li/Wanting Zhou gewannen am Dienstag, dem ersten Tag des weltweit größten Tanzsportfestivals, im gut besuchten Beethovensaal des Kultur- und Kongresszentrums Liederhalle ((KKL) ihren ersten GOC-Titel. Auch für die Paare des Deutschen Tanzsportverbandes (DTV) lief es mit zwei Medaillen und weiteren vier Finalrängen gut.

Schon vor ihrem GOC-Gold hatten die neuen Titelträger aus China 2024 und 2023 im Super Grand Prix der Latein-Professionals das Finale erreicht und waren Dritte beziehungsweise Vierte geworden. In diesem Jahr nun waren die WM-Vierten nicht zu schlagen und gewannen alle fünf Tänze. Die Vorjahreszweiten Sergiu Maruster/Anastasia Stan (Moldawien) landeten erneut auf dem Silberplatz. Die Vize-Europameister mussten mit Platzziffer 12 sogar den Angriff der Chinesen Jaming Li/Ytong Li abwehren (14), die Bronze holten. Auf den vierten Platz kamen die Weltranglistenzweiten und EM-Dritten Nikita Bazev/Hanna Run Bazev (Island/19).

Der erst vor einer Woche bekanntgegebene Wechsel von den Amateuren zu den Profis hat sich für die Düsseldorfer Vinzenz Dörlitz/Albena Daskalova gelohnt. Bei ihrer Premiere in der PD-Sektion des Deutschen Tanzsportverbandes erreichten die Showdance-Vizeweltmeister von 2023 das Finale und verteidigten Rang fünf vor den Italienern VincenzoTermini/Sharon Arena.

Im letzten Jahr gelang Yigit Bayraktar/Lukrecija Kuraite das Triple, da holte das Bremer Tanzpaar bei den Junioren II die Titel in den Turnieren Standard, Latein und Zehn Tänze. In der neuen Startklasse Youth knüpften die Vorjahresweltmeister an die Junioren-Erfolge an, qualifizierten sich in der Standard-Disziplin als einziges deutsches Paar unter 108 Konkurrenten aus 26 Nationen auf Anhieb für das Finale. Dort belegten sie – auch zur Zufriedenheit des Bundestrainers Roberto Albanese – Platz sieben.

Den Sprung von den Juveniles zur nächsthöheren Startklasse Junior I haben auch Sebastian Bier und Elisabeth Wilhelm (Schwarz-Weiß-Club Pforzheim) gut gemeistert. Wie 2024, wurden sie im Wettbewerb Zehn Tänze Vierte und verpassten die hart umkämpfte Bronzemedaille nur um eine Platzziffer. Das Soloturnier der männlichen Juveniles I gewann Gabriel Weimann (TSC Savoy München), Julian Gottschalk (TSC Berlin) wurde Vierter. Das Solo Junior II beendete Mark Avtushko (TSZ Stuttgart-Feuerbach) auf Rang fünf.

Die zweite Medaille für den DTV holten bei den Senioren IV Standard Michael und Regina Groß. Die Lokalmatadore vom TSZ Stuttgart Feuerbach sicherten sich hinter den GOC-Titelverteidigern und Weltmeistern Bruno Lazzareschi/Ida Zotta (Italien) wie 2024 die Silbermedaille. Als bestes von zehn DTV-Vertretern tanzten als Sechste Johann-Georg und Brigitte Salten (TSC Diamant Blau-Silber Lage) ins Finale von Senioren V Standard, das von vier Paaren aus Italien auf den drei Podestplätzen sowie Rang fünf dominiert wurde.

Mittwoch: Gert Faustmann/Alexandra Kley verteidigen ihren GOC-Titel

Weltmeister aus Berlin dominieren bei Senioren III / Stuttgarter Paare gewinnen Teammatch gegen Brünn

Der zweite Tag der 37. German Open Championships in Stuttgart endete für die Paare des Deutschen Tanzsportverbandes (DTV) überaus erfolgreich. Beim weltweit größten Tanzsportfestival für Professionals und Amateure aller Altersklassen im Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle (KKL) gab es am Mittwoch je zwei Gold-, Silber und Bronzemedaillen und dazu noch sechs weitere Finalplätze.

Den ersten Tagessieg holten je zwei Stuttgarter Standard- und Lateinpaare in dem seit 2019 ausgetragenen Duell mit Städtepartner Brünn. Dabei wurden im direkten Vergleich Platzierungspunkte vergeben, und so setzten sich einmal mehr die Lokalmatadore mit 241:265 Punkten durch.

In der Endrunde der Senioren III Standard begegneten sich vier Finalisten von 2024, die Besten waren erneut Gert Faustmann/Alexandra Kley vom TSC Blau-Silber Berlin. Die Welt- und Deutschen Meister verteidigten unangefochten ihren Titel, Zweite wurden, wie im Vorjahr, die Italiener Vittoria Bramati/Silvia Martorelli. Beinahe hätte es für Ingo Bauer/Sandra Fürsattel (TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg) zu Silber gereicht, nur eine Platzziffer fehlte den Sechsten von 2024, die sich aber auch über Bronze freuten. Wie letztes Jahr wurden die Italiener Massimiliano Ferrini/Elisabetta Galilei Fünfte.

Das Turnier Senioren Latein II entwickelte sich zum spannenden Zweikampf zwischen den Vorjahressiegern Alexander und Marina Engel (TC Schwarz-Weiß Reutlingen) sowie den Europameistern Ruben Viciana Lopez/Eva Moya. Die Spanier legten mit Siegen in der Samba und im Cha Cha vor, die Deutschen glichen mit Bestwertungen in der Rumba und im Paso Doble aus. Also musste der Jive entscheiden – da lagen dann Lopez/Moya knapp vorne und nahmen den Deutschen den Titel ab. Diese wiederum hatten die Portugiesen Pedro Fernandes/Susana Queiros im Griff, die nach Silber 2024 diesmal Dritte wurden. Mit Andreas Hoffmann/Isabel Krüger (TSC Mondial Köln/4.) und Stefan Korfmacher/Nicole Rosendahl (TD TSC Düsseldorf Rot-Weiß/5.) standen zwei weitere DTV-Paare im Finale. Bei den Standard-Senioren IV erreichten Eckhard Quentin/Kirsten Müller-Quentin (TSC Hannover/5.) sowie Jürgen Diegel/Andrea Frey, (1. TGC Redoute Koblenz/1.) ebenfalls die Endrunde.

Bei den Rising Stars zu starten, ist für einen Großteil der Paare eine wichtige Übergangsstation. Können sie doch – weil die Top-50-der Weltrangliste fehlen – auf dem Weg zum Grand Slam nicht nur Erfahrung, sondern auch Meriten sammeln. So geschehen im Standard-Turnier der Amateure, in dem Dmytrii Forostianov/Helene Movalee Tilgert (Grün-Gold-Club Bremen) unter 130 Konkurrenten die Bronzemedaille holten.

Sogar zwei Bremer Paare vom Grün-Gold-Club qualifizierten sich für die Endrunde Youth Latein. Als Top-Favoriten gingen die Welt- und Europameister Dimitri Kalistov/Luna Maria Albanese aufs Parkett und wurden dieser Position mit fünf klar gewonnenen Tänzen auch gerecht. Als Neulinge und Jüngste in dieser Startklasse feierten Yigit Baraktar/Lukrecija Kuraite auf Rang sechs einen weiteren Erfolg nach ihrem Final-Einzug im Standard-Turnier.

Ende Dezember 2023 haben Hryhor Petrosian/Daniela Wilhelm (Schwarz-Weiß-Club Pforzheim) als Kinder mit dem Tanzen begonnen, im letzten Jahr starteten sie bereits bei den German Open und belegten in der Standard-Kategorie 24. Platz. Diesmal standen sie bei Juveniles II 8 Tänze sogar als Zweitplatzierte auf dem Treppchen und mussten sich dabei nur den Rumänen Tudor Colbu/Ilinca-Maria Molocia geschlagen geben.

Hauchdünn verpasste Eleonora Rivarolo (TSC Metropol Hofheim) in der Konkurrenz Solo-Juniorinnen I Latein eine Medaille: Sie hatte zwar die gleiche Platzziffer 17 wie die Bronzemedaillengewinnerin Chenyi Zhao (China), doch die entschied im direkten Vergleich drei der fünf Tänze für sich. Bei den Junioren II Latein erreichten Mark Avtushko (TSZ Stuttgart Feuerbach) als Fünfter und Daniel Reich (TSC Metropol Hofheim) als Sechster die Endrunde.

Donnerstag: Alexey Glukhov / Anastasia Glazunova setzen ihren Triumphzug fort

Die Weltmeister und World-Games-Sieger gewinnen den Super Grand Prix der Standard-Profis / Silberner Tag für DTV-Paare

Nach Gold bei den Weltmeisterschaften und den World Games vergrößerten Alexey Glukhov/Anastasia Glazunova. (Moldawien) ihre Titelsammlung bei den 37. German Open Championships in Stuttgart. Im Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle (KKL) gewannen sie unangefochten den Super Grand Prix der Standard-Professionals. Für die Paare des Deutschen Tanzsportverband glänzte der dritte Tag des weltweit größten Tanzsportfestivals silbern: Neben einem Sieg gab es sechs zweite Ränge, einmal Bronze und sechs weitere Finalplätze.

Die Spannung, ob sich bei den Professionals die etablierten Paare oder die Neulinge durchsetzen würden, blieb aus. Am Gold von Glukhov/Glazunova gab es nie einen Zweifel. Als Amateure holten sie 2023 und 2024 GOC-Gold, gewannen im Oktober 2024 die WM und im März 2025 die EM. Im April dieses Jahr entschieden sie auch den ersten Grand Slam für sich. Ihr Wechsel zu den Profis begann im Mai 2025 mit dem WM-Titel, Anfang August triumphierten sie bei den World Games und nun auch bei den German Open. Silber sicherten sich die Neu-Profis und Europameister Vadim Shurin/Anastasia Meshkova (Lettland). Dritte wurden, wie schon 2024, die etablierten Weltranglistenersten und WM-Dritten Edgaras Baltaragis/Indre Baltagrage (Litauen). Das Finale ergänzten die Vize-Europameister und WM-Vierten Dusan Grula/Giada Cragnioloni (Slowakei/4.), die Weltranglistenzweiten und WM-Fünften Jiying Jiang/Yuye Zhao (China/5.) und die unter neutraler Flagge startenden Nikita Anikeev/Elina Kokotova (6.)

Unter 151 Paaren aus 31 Nationen überstanden bei den Rising-Stars Latein Demid Anisimov/Giuliana Domingues da Silva (Grün-Gold-Club Bremen) als einziges Duo der 43 DTV-Starter die fünf Runden bis ins Finale und krönten ihren Lauf mit der Silbermedaille hinter Luigi La Rocca/Marika Maria Scerra. Die Italiener lagen schon 2024 im U-21-Turnier vor den Bremern und standen jetzt verdient auf dem obersten Podest, schließlich gewannen sie seit Januar 2024 alle ihre Turniere.

Bei Senioren Standard III Rising Stars verhinderte nur ein italienisches Paar ein deutsches Finale. Gold und Silber ging an Kim und Silke Bartels (TSA des VfL Wolfsburg) sowie Rainer und Sabine Nolte (Grün-Gold TTC Herford). Die Plätze vier bis sechs machten Dr. Jürgen und Christine Flimm (SSV Neuhaus), Tilo und Barbara Kornak (Club Saltatio Hamburg) sowie Rainer und Gitta Koning (TSG Nordhorn) unter sich aus. Umso internationaler war dann die Endrunde bei Senioren I Standard mit sechs Paaren aus sechs Nationen. Als Vierte behaupteten sich Tobias und Angelika Solymosi (TSK St. Augustin).

Im wegen der kreativen Intros traditionell stimmungsvollen Team Worldcup Youth setzten sich die jeweils zwei Standard- und Lateinpaare aus Moldawien vor der Konkurrenz aus Deutschland, Spanien, Tschechien und der Türkei durch. Ein Drittel der 61 Paare im Turnier Junioren I Latein kam zwar vom DTV, doch nur Nikita Ganopolski/Emily Sofie Hortmann (TSC Saltatio Neustadt im TV Mußbach) qualifizierten sich für die Endrunde und gewannen sogar die Bronzemedaille. Zweitbeste Deutsche waren die Lokalmatadore Sebastian Bier/Elisabeth Wilhelm (Schwarz-Weiß-Club Pforzheim), die als Neulinge in der Startklasse Achte wurden.

In Deutschland haben sich die Solo-Turniere vor allem bei den Tänzern noch nicht überall durchgesetzt, die Meldezahlen fallen daher auch bei den GOC eher bescheiden aus. Allerdings nicht bei den Tänzerinnen: Die Juniorinnen II Latein hatten mit über 100 Teilnehmerinnen ein „volles Haus“. Ein DTV-Trio schaffte es bis ins Semifinale, zwei Baden-Württembergerinnen kamen nicht nur in die Endrunde, sondern auch auf das Podest. 2024 gewann Caroline Overheu (Royal Dance Remseck) bei den jüngeren Juniorinnen I Gold, in der neuen Startklasse sicherte sie sich jetzt hinter der italienischen Titelverteidigerin Mariagrazia Manico Silber. Einen Riesensprung nach vorn glückte Polina Fast (Schwarz-Weiß-Club Pforzheim): Letztes Jahr bei den Juniorinnen I noch 25., gewann sie diesmal bei den älteren Tänzerinnen Bronze. Eleonora Rivarolo (TSC Metropol Hofheim) wurde Neunte.

In den zwei Wettbewerben der Solo-Junioren I gab es zweimal Silber für deutsche Tänzer. Im Standard-Turnier nahmen drei DTV-Starter teil. Roman Parovin (TTC Erlangen) wurde Zweiter, Mark Avtushko (TSZ Stuttgart-Feuerbach) und Julian Gottschalk (Askania TSC Berlin) landeten auf den Rängen fünf und sechs. Bei den Lateinern sicherte sich Alexander Arthur Büxel (SC Savoy München) Platz zwei, Avtushko wurde hier Vierter.

Text: German Open Championships / Pressebüro Binder